Lagerhaltung ist einfach – solange sich alle Beteiligten an klare Prozesse halten.
Genau das gelingt in der Praxis nicht immer, denn Bestandsführung ist keine isolierte Aufgabe einer Abteilung, sondern eine Querschnittsfunktion: Von Einkauf bis zum Versand müssen viele Teilprozesse dieselben Ziele verfolgen und als Supply Chain denken und arbeiten – jede interne Funktion oder Abteilung trägt zum wirtschaftlichen Erfolg oder Misserfolg des Unternehmens bei.
Einkauf und Bestandsmanagement in ihren Zielen abstimmen
Bereits der Einkauf hat großen Einfluss auf einen effizienten Materialfluss.
Abgestimmte Bestellmengen und vor allem gleichbleibende, tendenziell kurze Lieferzeiten einzelner Artikel erleichtern das Bestandsmanagement und eine berechenbare Verfügbarkeit der einzelnen Artikel. So können bereits zu Beginn des Materialflusses Fehlmengen als auch Überbestände vermieden werden.
Wareneingang und Bestandsbewegungen sofort buchen
Beim Wareneingang müssen Bestellmengen unmittelbar gegen Liefermengen und Lieferqualität geprüft und entsprechend gebucht werden – jede Verzögerung erzeugt Differenzen zwischen System und Realität und ergibt Mehraufwand. Im schlimmsten Fall werden fehlerhafte Lieferungen zur Bezahlung freigegeben.
Dasselbe gilt für alle anderen Bestandsbewegungen: Diese müssen sofort bei der Lagerbewegung in Echtzeit von der zuständigen Person gebucht werden.
Verkauf und Produktionsplanung einbeziehen
Auch der Verkauf und die Produktion sind Teil der internen Supply Chain. Nur durch gemeinsames Verständnis der gegenseitigen Anforderungen und gemeinsame Vorgehensregeln ist eine langfristig gute Verfügbarkeit von Produkten und Material für das gesamte Unternehmen möglich: Bedarfe sollten so bald als möglich bekannt gegeben werden. Ungeplante Eilentnahmen sind zu minimieren.
Mitarbeiter und Informationssystem
Idealerweise werden Materialflüsse oder Dispositionen von Beständen wie Bestellungen, Verkäufe oder Produktionsmaterial in einem gemeinsamen Informationssystem verwaltet. Dieses ist in vielen Unternehmen bereits vorhanden, oft werden nicht alle Möglichkeiten genutzt.
Dennoch: Ein Informationssystem ist nur so gut wie das Verhalten der Mitarbeiter das zulässt. Fehlt den Mitarbeitern das Verständnis für ihre Aufgabe und ihre Rolle und das Verständnis des Materialflusses, kann das beste Informationssystem wenig ausrichten.
Der Schlüssel: Gegenseitiges Verständnis, denken als interne Supply Chain, gemeinsame, einfache Regeln.
Fehler entstehen selten durch fehlendes Fachwissen, sondern durch fehlendes Verständnis für die Anforderungen der einzelnen Abteilungen in der internen Supply Chain. Wer einfache, für alle Beteiligten verständliche und akzeptierte Prozesse definiert und konsequent einhält, reduziert Fehler- und Konfliktpotenziale und schafft wichtige Voraussetzungen für die Wirtschaftlichkeit des gesamten Unternehmens. Ein gutes Informationssystem unterstützt und vereinfacht das Handeln der Mitarbeiter.
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