
Hitze wird in vielen Unternehmen noch wie ein lästiger Ausnahmezustand behandelt.
Ventilator aufstellen, Wasser bereitstellen, vielleicht Homeoffice erlauben – und hoffen, dass die nächste Abkühlung kommt. Doch diese Logik ist gefährlich. Denn Hitze ist längst kein saisonales Phänomen mehr. Sie ist strukturelles Geschäftsrisiko.
Und die Zahlen sind eindeutig: Ein einziger Hitzetag über 30 °C kostet die österreichische Wirtschaft lt. WIFO rund 50 Millionen Euro – zu 80 % durch Produktivitätsverluste (inkl. Arbeitsunfälle, Krankenstände, Stress und Reizbarkeiten, Fehlentscheidungen, Lieferkettenproblemen, 20% durch höhere Energiekosten, Da reden wir noch nicht von den Folgekosten durch externe Effekte, wie Dürre oder Wasserknappheit oder interne Effekte, wie Nacharbeiten nach Fehlern. Das ist keine Klimadebatte – das sind harte betriebswirtschaftliche Kennzahlen.
Die große Selbsttäuschung: „So schlimm ist es nicht“
Viele Unternehmen unterschätzen die Wirkung von Hitze dramatisch. Laut aktuellen Erhebungen erfassen nur 13 % der KMU ihre Hitzerisiken systematisch, während rund 70 % gar keinen strukturierten Hitzeschutz haben. Gleichzeitig glauben viele, ausreichend vorbereitet zu sein – eine gefährliche Selbstwahrnehmung. Und wir haben noch keine betriebliche Datenerfassung, die uns die Zusatzkosten oder Umsatzverluste knallhart monatlich aufzeigen würde. Dennoch passiert es. Hitze wirkt leise, aber brutal.
Hitze trifft alle – aber nicht alle gleich
Besonders betroffen sind Branchen mit körperlicher Arbeit oder Außenexposition, klar. Doch der Irrtum ist zu glauben, dass Büros verschont bleiben.
Über 22 % der Office-Beschäftigten fühlen sich während Hitzewellen bei der Arbeit stark belastet. Zwei Drittel berichten von eingeschränkter Leistungsfähigkeit.
Hinzu kommen Folgekosten, die oft übersehen werden und in den Branchen unterschiedlich sind.
In der Logistik wirkt Hitze wie ein Multiplikator:
- Fahrer:innen ermüden schneller
- Be- und Entladezeiten verlängern sich
- Kühlketten werden instabil
- Infrastruktur (Straßen, Schienen) fällt aus
Der größte Irrtum im Office: „Wir haben eine Klimaanlage, passt schon.“
- steigende Fehlerquoten und Unfallrisiken
- stark steigende Energiekosten durch Kühlung
- Schäden an der Gebäudehülle, Dichtungen
- instabile IT- Systeme
- steigende Krankenstände
- Unruhe, Gereiztheit, Kluft zwischen Außenarbeit und Innenarbeit steigt
In der Produktion sinkt die menschliche Produktivität, während die Instabilität der Maschinen parallel zunimmt.
- Produktivität sinkt laut WHO pro Grad über 20 °C um 2–3 %
- Konzentration und Entscheidungsqualität an den Maschinen nimmt ab
- Fehlerquoten und Ausschuß steigen
- Stillstände durch Maschinenausfälle steigen
- Schäden an der Gebäudehülle
- Stark steigende Energiekosten durch Kühlung
- Materialeigenschaften verändern sich
Klimaanpassung: Vom „Nice-to-have“ zum Wettbewerbsfaktor
Die entscheidende Frage lautet nicht mehr: Müssen wir uns anpassen?
Sondern: Wie schnell?
Ein früher, strategischer Hitzeschutz ist wirtschaftlich klar sinnvoll. Prävention wird finanzielle Schäden vermeiden.
Klimawandelanpassung ist nicht durch Einzelmaßnahmen erledigt, sondern braucht eine strategische Entscheidung und wird in Prozesse, Infrastruktur, Personalentwicklung, Produktentwicklung, Produktionssteuerung, Einkauf und andere Bereiche im Unternehmen implementiert.
Klimarisikoanalyse wird derzeit gefördert
Es beginnt mit einer Klimarisikoanalyse, die die Handlungsfelder aufzeigt. Nach der TaxonomieVO ist eine solche für ein paar wenige Unternehmen vorgeschrieben. Dadurch hat sich hier ein einfacher Standard entwickelt, den wir gerne auch für Ihr Unternehmen anwenden. Auf der Basis der Risikofaktoren ermitteln wir Ursachen und Maßnahmen, die genau für ihr Unternehmen passen. Eine Investition in die Zukunft, die Ihnen auch Wettbewerbsvorteile bringen kann. Maßnahmen sind weit gefächert gehen von Trinkpausen bis zur temperaturbasierten Produktionssteuerung oder Dachbegrünung.
Die Kosten einer solchen Risikoanalyse und teilweise auch von Maßnahmen werden derzeit noch gefördert. Ihr Ansprechpartner für dieses Thema ist Robert Mende-Kremnitzer. Er hat nicht nur die Ausbildung zum Klimawandelanpassungsberater, sondern auch die Antworten auf Ihre Fragen.





